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Remix Mini – Review

//Remix Mini – Review

Letztes Jahr war es so weit und das Startup Jide konnte sein Kickstarter Projekt tatsächlich verwirklichen. Die Idee von Jide war so einfach und gut, dass sie binnen kürzester Zeit so viel Zuspruch auf Kickstarter bekamen, dass schnell klar war, dass das Projekt problemlos finanziert wird.

Das war die Idee

Die pfiffigen Jungs von Jide hatten die Idee, einen sehr günstigen PC zu entwickeln. Das alleine ist noch nicht wirklich eine neue Idee. Aber als Betriebssystem wollten sie Android verwenden, was für die Entwickler und Kunden kostenlos ist. Da gab es allerdings ein Problem, denn Android ist nicht für die Nutzung mit einer echten Tastatur und Maus gemacht. Und ein externer Bildschirm gehört eigentlich auch nicht zum Leistungsspektrum von Android, jedenfalls nicht so wie bei einem PC vorgesehen. Und dann ist da noch das Problem, dass Android in der gesamten Nutzung auf mobile Geräte ausgelegt ist. Klar, kann Android Multitasking, aber eine richtige Verwendung mit mehreren Fenstern war bisher nicht angedacht. Alles Dinge, die für einen „Desktop-PC“ irgendwie selbstverständlich sind.
Die Jungs von Jide mussten also nicht nur die passende Hardware entwickeln, sondern auch Android für ihre Bedürfnisse modifizieren. Denn niemand würde einen noch so günstigen Desktop-Ersatz kaufen, der nicht echtes Multitasking unterstützt und mehrere Fenster gleichzeitig verwenden kann.
Bevor es weitergeht, schaut euch doch direkt mal mein Unboxing des Remix Mini an.

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Ausreichend Leistung hübsch verpackt

Als ich seinerzeit das Kickstarter-Projekt verfolgte, war mir schnell klar, dass die Jungs von Jide sich wirklich Mühe geben, den Spagat zwischen günstig und guter Hardware zu schaffen. Und man kann es nicht anders sagen. Mit dem Allwinner Cortex A53 verbauten die Jungs einen Quad-Core-SoC, der mit 1,2 GHz getaktet ist. Außerdem setzt der SoC direkt auf die moderne 64 Bit-Architektur, was den kleinen Remix Mini auch für etwas performantere Anwendungen nutzbar macht. Dazu gibt es dann noch 1 GB oder wahlweise 2 GB RAM.
Klar, ein aktuelles Samsung Galaxy S7 hat 4 GB RAM und einen noch schnelleren Prozessor. Aber ihr dürft nicht vergessen, dass es sich hier um einen Low Budget-PC handelt. Mit der Hardware aus dem Galaxy S7 wäre man vermutlich weit weg von günstig.
Verpackt hat Jide den Remix Mini in einem wirklich schönen kleinen Gehäuse, welches man so auch gerne ins Wohnzimmer stellen kann. Beispielsweise als kleine Multimedia-Kiste und zum Surfen. Dank vollwertigem HDMI-Anschluss könnt ihr die kleine Kiste problemlos an einen Fernseher anschließen.


Da der kleine Android PC mit Full HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixeln) problemlos klarkommt, sieht der Spaß auf einem großen Fernseher auch super aus.

Was bekommt ihr eigentlich für nur 69,99 $ bzw. 89,99 $?

Nun, was die Leistung in der kleinen Kiste angeht, habe ich ja schon das Wichtigste verraten. Der Preis ist nahezu unschlagbar, könnte man sagen. 69,99 $ bzw. für die 16 GB-Version 89,99 $ sind ein echter Kampfpreis für jeden Desktop-PC. Dafür bekommt ihr eine kleine, sehr portable und gut anzusehende Kiste, die ihr nahezu überall nutzen könnt. Dank des angepassten Android-Betriebssystems habt ihr Zugriff auf extrem viele Apps aus dem Google Play Store. Mit Google Docs lässt es sich hervorragend arbeiten und all eure Daten liegen immer in eurem Google-Account bereit. Für E-Mails ist die kleine Kiste natürlich auch super geeignet. Dank der Gmail App läuft alles, wie man es vom Smartphone gewohnt ist. Nach ca. 3 Monaten Test kann ich dem Remix Mini eine wirklich großartige Arbeitstauglichkeit bescheinigen! Für diesen Preis erhaltet ihr einfach nichts Vergleichbares.

Die Verarbeitung des Mini-PCs ist tadellos und hat sogar ein sehr hohes Niveau. Die Kunststoffhülle fühlt sich sogar ganz wertig an. Alles ist schön abgerundet und es gibt keine scharfen Kanten. Bei der Fertigung hat Jide ganze Arbeit geleistet. Nichts klackert oder knarzt. Der Ein- und Aus-Schalter befindet sich direkt oben auf dem Gerät. Mit einem Druck auf das Remix-Logo startet der kleine Rechner direkt durch und begrüßt euch mit der Android-typischen Installationsroutine. Natürlich setzt der Remix auch einen Google-Account voraus, um richtig genutzt werden zu können, denn sonst könnt ihr keine Apps installieren oder nutzen.


Dank einer gummierten Unterseite steht der Remix Mini fest auf eurem Schreibtisch. Insgesamt vermittelt der kleine Computer also ein wirklich gutes Gefühl.

Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt

So schön und so gut der Remix Mini auch läuft: Es ist nicht alles nur toll und so möchte ich euch kleinere Macken nicht vorenthalten. Wer sich in der englischen Sprache nicht so zu Hause fühlt, sollte die Finger von dem Remix Mini lassen. Zwar kann man das Betriebssystem auf Deutsch umstellen, die Sprache wird aber nur bedingt supported. Viele Übersetzungen fehlen im Betriebssystem. Lediglich die Teile, die von Google mit Android schon übersetzt ausgeliefert werden, sind auch wirklich übersetzt. Das führt dazu, dass euch immer wieder etwas auf Englisch über den Weg läuft.
Des Weiteren ist es relativ tricky gewesen, die Tastatur auf ein deutsches Layout umzustellen, da man hier an zwei Punkten etwas in den Einstellungen umstellen muss. Das resultiert aus der Tatsache, dass Jide einen Launcher auf das Standard-Android gesetzt hat. Man darf einfach nicht vergessen, dass es sich bei Android um ein Betriebssystem für mobile Geräte handelt.
Aber es gibt noch etwas, was mich gestört hat. Der Chrome-Browser arbeitet, wie man es von ihm erwarten würde. Aber auch hier gibt es einen Nachteil des eigentlich mobilen Betriebssystems. Viele Websites erkennen euch als Smartphone bzw. mobiles Gerät und liefern euch daher die für mobile Geräte optimierte Website. Das ist noch in Ordnung, wenn ihr auf der Website selbst noch zwischen mobiler und Desktop-Version umschalten könnt. Nicht so schön ist es hingegen auf den Seiten, auf denen man sich das als Nutzer nicht selbst aussuchen kann. Auf einem großen Monitor eine mobile Seite zu betrachten ist wirklich alles andere als schön. Außerdem fehlen in der mobilen Version oft Features der Seiten. Hier müsst ihr also ein paar Abstriche machen – wobei ggf. ein anderer Browser eine Alternative darstellen könnte. Grundsätzlich ist die Nutzung des Chrome-Browsers auf Seiten mit einem Responsive Design oder dort, wo ihr selbst eine Auswahl treffen könnt, aber natürlich in Ordnung. Und wie bereits erwähnt, darf man nie vergessen, was dieses Gerät kostet.
Dann kommen wir zum letzten Punkt, den ich eigentlich nur bedingt anführen darf, da ich ja gerade eben erst auf den Preis hingewiesen habe. Ja, der Remix Mini kann problemlos Full HD und auch die Video-Wiedergabe ist kein Problem. Selbst 4K-Videos werden anstandslos abgespielt und ihr könnt sogar noch andere Fenster dabei offen haben. Dennoch hakt alles manchmal ein wenig. Apps starten manchmal langsam und hier und da stürzt eine App auch mal ab. Auf der Herstellerseite gibt es eine Liste der Community, in der festgehalten wird, welche Apps gut mit dem Remix Mini laufen. Alles, was nicht in der Liste steht, funktioniert zwar grundsätzlich, aber kann auch schon mal abstürzen. Die Entwickler sind aber – zu deren Ehrenverteidigung gesagt – sehr Community-freundlich und versuchen Bugs schnell zu beheben. So wurde zum Beispiel ein Bug, den die Netflix App verursachte, recht schnell über ein Update behoben.

Dennoch hakelt es auch mal, wenn man mehrere Fenster offen hat. Wir reden hier nicht über Minuten, sondern nur über 1 Sekunde oder auch weniger. Dennoch macht es ein wenig das Look and Feel kaputt.
Hier bin ich aber auch sicher nicht das Maß der Dinge, denn ich hasse auch die bekannten Micro-Ruckler auf einem Smartphone sehr und andere stören sich gar nicht daran.

Fazit

Kommen wir aber zu meinem Fazit. Um es direkt für euch auf den Punkt zu bringen: Der Remix Mini von Jide ist eine wirklich coole Kiste für einen unschlagbaren Preis. Natürlich darf man keine Wunder erwarten, was die Rechenleistung angeht. Aber wer ein wenig surfen möchte und gerne ein paar Android-Games auf einem großen Monitor mit Tastatur und Maus spielen will, ist beim Remix Mini genau richtig. Auch für Office-Tätigkeiten halte ich die kleine Wunderkiste für geeignet, jedenfalls bedingt. Wer dazu noch gerne mit der Google-eigenen Infrastruktur arbeitet, macht bei dem Preis eigentlich nichts falsch.
Wer allerdings so seine Probleme damit hat, wenn es mal eine Gedenksekunde zum Laden von Apps oder Fenstern gibt, ist beim Remix Mini falsch. Auch dürft ihr euch nicht daran stören, dass ggf. nicht alles in deutscher Sprache verfügbar ist. Ein paar Grundkenntnisse der englischen Sprache würde ich durchaus empfehlen. Es ist also kein günstiger Mini-Rechner für Oma und Opa, falls jemand an so etwas gedacht hat. 🙂
Jide bietet übrigens auch ein Tablet mit dem Remix-Betriebssystem an, was aufgrund der Fensternutzung ebenfalls sehr interessant ist. Ich denke, wir können von Jide in Zukunft noch geniale Hardware und Software erwarten. Dank der Jungs von Jide wird Technik erschwinglich. Ich denke hier auch an Menschen in den Ländern, die sich nicht immer einen teuren PC leisten können.
Wer sich das Teil holen möchte, gelangt hier zum Hersteller Jide: Remix Mini
Technische Daten:

Remix Mini 8 GBRemix Mini 16 GB
ProzessorAllwinner Cortex A53 1.2GHz quad-coreAllwinner Cortex A53 1.2GHz quad-core
interner Speicher8 GB eMMC16 GB eMMC
RAM1 GB2 GB
VideoH.265 4K hardware decoding
1080P HDMI output
Support for 1920*1080 resolution
H.265 4K hardware decoding
1080P HDMI output
Support for 1920*1080 resolution
Audio

Audio line out/headphone minijack (digital/analog)

HDMI port support multichannel audio output

Audio line out/headphone minijack (digital/analog)

HDMI port support multichannel audio output

KonnektivitätWi-Fi

802.11b/g/n

Bluetooth

Bluetooth 4.0

Ethernet
10/100BASE-T ethernet

Wi-Fi

802.11b/g/n

Bluetooth

Bluetooth 4.0

Ethernet
10/100BASE-T ethernet

Anschlüsse
  • Two USB 2 ports
  • HDMI port
  • Ethernet port
  • Headphone port
  • Two USB 2 ports
  • HDMI port
  • Ethernet port
  • Headphone port

Was meint ihr zum Remix Mini? Ist das eine Option für euch als Rechner-Ersatz oder einfach zum Spaß?

Von |2018-12-07T16:32:44+00:0026.03.2016|Reviews|5 Kommentare

Über den Autor:

Geek, Technik-Freak, Hobby-Fotograf. Ich liebe technischen Schnickschnack. Folge mir in die Welt von Smartphones und anderem Geek-Spielzeug.

5 Kommentare

  1. Richie 28. März 2016 um 11:59 Uhr - Antworten

    Ehrlich gesagt: ausser dem „Hey Android-Spiele!“-Punkt leuchtet mir nichts ein, wo mich kein „Hm, mit nem RasbPi komm ich schneller, günstiger und flexibler dahin“ anspringt.

  2. Mike 28. März 2016 um 12:32 Uhr - Antworten

    Hey Richie,
    da hast du natürlich Recht. Allerdings muss man für den RasbPi auch etwas Vorwissen mitbringen. Wenn man nicht gerade was Programmieren kann und oder will und ein funktionierendes grafisches Interface haben möchte, ist man mit dem Remix Mini glaube ich besser bedient. Man steckt ihn einfach an und es läuft. Man muss eben nicht basteln. Richtet sich aber glaube ich auch nicht an Bastler. 🙂
    Ich denke, dass auch so was wie Google Docs für viele ein Argument sein kann, mal abgesehen von den Android Games.
    Der Arduino ist glaube ich auch noch eine schöne alternative zu Remix Mini und Rasberry Pi wenn man etwas basteln möchte.

  3. Richie 28. März 2016 um 14:43 Uhr - Antworten

    Der Arduino scheint mir eher ein wenig schwachbrüstig. Den kannst du schon auch für diverse Aufgaben einsetzen, aber da ist eben der Unterschied zum Pi, dass auf letzterem eben ein vollwertiges OS drauf läuft, mit dem du im Prinzip alles machen kannst 🙂
    Grade das „muss man nicht basteln“-Argument schlägt imo halt ein wenig auch beim Remix zu. Mir kommt alles, was eben an sich für mobil/Touchscreen gedacht ist, auf „Rechner“ gemotzt ein wenig schwer nach von Hinten durch die Brust ins Auge vor. Wenn man Dobschat trauen kann diesbezüglich, mit der einen Ausnahme Surface, aber das ist eben auch Microsoft und dann kommt ja auch gleich das Häuseranzünden.

    • Mike 28. März 2016 um 15:00 Uhr - Antworten

      Die Tatsache das Android eben ein mobiles Betriebssystem ist, ist wirklich auch ein vor und Nachteil zugleich. Hatte ich ja auch geschrieben, dass es leider nicht nur gute Seiten hat. Die Idee finde ich dennoch sehr gut. Und wenn man jetzt nicht gerade einen Rechner kaufen möchte oder kann, ist der Remix schon wirklich gut in Bezug auf „Plug and Play“ wenn man so will. 🙂
      Der Arduino ist wirklich ein wenig schwach auf der Brust. Aber soll recht leicht zu Händeln sein, habe ich mir erzählen lass. Ich muss aber gestehen, dass ich ihn selbst noch nicht verwendet habe.
      Für was nutzt du deinen Rasberry Pi?

  4. Richie 28. März 2016 um 15:50 Uhr - Antworten

    Der ist mein General-Lichtschalter 🙂 Im Companioncube dimmt er ne Latte LEDs, und dann eben noch ein 433MHz-Modul zum Steckdosenanfunken und einen Webserver fürs Interface.
    Beim Arduino hält mich das Programmaufspielen vom Rumbauen ab. Ich hab aber auch nur nen älteren rumliegen, möglich, das es da inzwischen fettere Teile gibt. Aber da dann eben immer den Code via USB aufspielen und dann macht er den Job, den du aufgespielt hast, und wenn du nen anderen machen willst, hängst du ihn wieder ran, kompilierst, spielst frisch auf… da ists dann schon schöner, wenn wo ein Raspi am Netz hängt, wo du einfach ne Shell aufmachst

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