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Nach dem Apple Event: Apple wieder an der Spitze?

//Nach dem Apple Event: Apple wieder an der Spitze?

Apple wurde in so ziemlich jeder Keynote gerügt, weil sie nicht mehr so innovativ seien. Nun mag man mich als Apple Fanboy verschreien und ich gebe zu, ich bin den Produkten von Apple nicht abgeneigt, weil sie für mich einfach funktionieren, ich sie sehr gut in meinen Arbeitsalltag einbinden kann und ich vor allem mit den Produkten in Kombination sehr viel produktiver bin als mit anderen Geräten. Fakt ist aber: Ich bin offen für verschiedene Plattformen und bin auch großer Fan von Stock-Android-Lösungen. Das Pixel ist für mich eines der besten Geräte mit Android gewesen. Aber kommen wir zurück zur Keynote … Apple ist also nicht innovativ. Stimmt, aber eigentlich müssen sie das auch nicht sein. Denn Apple hat einen riesigen Kundenstamm, der mit den Produkten sehr zufrieden ist. Außerdem gehört der typische Apple-Kunde nur selten zu den Innovationsjägern. Vielen Apple-Kunden kommt es auf eine gute Weiterentwicklung der Produkte an. Dabei ist entscheidend, dass alles weiterhin so gut läuft wie zuvor. Das ist auch der Grund, warum Apple nicht immer alles neu erfindet, sondern bestehende Technologien weiterentwickelt bzw. verbessert.

Klar, wird es dann als total neu verkauft, aber das ist eben die Marketing-Maschinerie, die nun mal dazu gehört. Lasst uns zusammen mal schauen, was die letzte Keynote nach einigen Tagen des Sackenlassens so gebracht hat.



Apple Watch Series 3 mit LTE

Die neue Apple Watch Series 3 sieht eigentlich genauso aus wie der Vorgänger, bis auf wenige Millimeter ist sie auch gleich groß. Allerdings ist die neue Apple Watch nun mit LTE ausgestattet und bietet somit die Möglichkeit, euer iPhone zu Hause lassen zu können, denn ihr habt nun alles am Handgelenk, was ihr benötigt. Neben dem Telefonieren über die Apple Watch (was ein wenig aussieht wie in einer alten Knight Rider-Folge) ist es auch möglich, unterwegs über Apple Music Musik zu streamen und kabellos auf euren Bluetooth-Kopfhörer zu übertragen. Ihr müsst dazu allerdings keine SIM-Karte in die Watch stecken, da die Apple Watch auf die schon aus dem iPad bekannte E-SIM zurückgreift. Alle, die sich nun schon die Hände reiben, muss ich aber etwas ausbremsen, denn in Deutschland funktioniert der Spaß nur bei der Deutschen Telekom und ist bei anderen Anbietern erstmal nicht vorgesehen. Die ersten 6 Monate könnt ihr die E-SIM kostenlos in eurer Apple Watch Series 3 verwenden, danach werden monatlich 10 Euro fällig, was nicht gerade wenig ist. Beachtlich ist der neue Prozessor in der Apple Watch 3. Dieser soll nun bis zu 70 % schneller sein, der Akku soll dabei aber genauso lange halten wie bisher, was wirklich beachtlich ist.
Damit die Sportfans unter euch ihr Training genau tracken können, ist es mit der neuen Apple Watch nun auch möglich, diese im Fitnessstudio mit den Geräten zu verbinden und so alle Daten bspw. vom Laufband direkt auf die Watch zu übertragen. Natürlich ist die Apple Watch auch weiterhin wasserdicht und unterstützt euch auch beim Schwimmen. Zu erkennen ist die Series 3 an einer roten Crown und neben den bisher üblichen Farben gibt es nun auch eine dunkle Keramik-Version sowie neue Armbänder.
Wer sich für eine Apple Watch Series 3 interessiert, muss wenigstens 369 € für die kleine Version und 399 € für die 42 mm-Version auf den Tisch legen. Für die LTE-Version müsst ihr noch einmal ca. 80 € drauflegen.

Apple TV 4K

Auch ein neues Apple TV wurde vorgestellt und sehr zur Freude der Apple TV-Fans kann die neue Version nun das, was der Name schon verrät, nämlich 4K-Inhalte wiedergeben. Um das möglich zu machen, wurde dem Apple TV 4K natürlich neue Hardware spendiert. In der kleinen TV-Kiste werkelt nun der A10X-Prozessor aus dem iPad Pro. Damit sollt ihr nicht nur beim Fernsehen mehr Spaß haben, sondern auch beim Gaming. Kleines und wirklich schönes Gimmik: Wenn ihr bereits in der Vergangenheit Filme oder Serien in Full HD im App-Store gekauft habt, erhaltet ihr für das neue Apple TV 4K ein kostenloses Upgrade auf die 4K-Inhalte. Außerdem wird nun auch HDR unterstützt. Natürlich ist die Voraussetzung für gestochen scharfe 4K-HDR-Bilder, dass euer Fernseher das Ganze entsprechend mitmacht.

Für das Apple TV mit 32 GB müsst ihr 199 € berappen und für die vermutlich sinnvollere 64 GB-Version werden 219 € fällig.

iPhone 8 & iPhone 8 Plus

Ja, ich weiß, man könnte das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus auch iPhone 7s nennen. Apple entschied sich aber dagegen, auch wenn ich das in meinem Video dazu etwas anders prognostiziert hatte. Ich glaube, das wird den einen oder anderen Käufer verwirren, vor allem mit Blick in die Zukunft, denn es gibt ja auch noch das iPhone X (ten), zu dem wir gleich noch kommen. Wo soll da denn in Zukunft weitergezählt werden? Bei Elf?
Der eine oder andere mag nun sagen, das iPhone 8 und der große Bruder seien uninteressant und sehen im Großen und Ganzen eigentlich genauso aus wie das iPhone 7, das iPhone 6s und das iPhone 6. Aber dennoch halte ich es für eine wenigstens mal technisch gelungene Weiterentwicklung der iPhone-Reihe. Klar, es ist rein äußerlich keine Riesen-Innovation dabei, aber wie so oft steckt Vieles im Detail, vor allem beim iPhone 8 Plus.

Optisch ist hier insbesondere auf der Rückseite die größte Änderung zu erkennen. Dort wird anstatt Aluminium nun eine Glasrückseite verwendet. Das ist der Tatsache geschuldet, dass Apple bei den neuen iPhones nun endlich auch kabelloses Laden unterstützt und dafür glücklicherweise schon auf den verbreiteten Qi-Standard setzt und nichts Eigenes auf den Markt wirft. Außerdem soll das Glas das stärkste jemals in einem Smartphone verbaute sein. Was genau das bedeutet, wurde aber nicht gesagt. Ich sehe schon die ersten Drop-Tests auf uns zukommen …

Sowohl das kleine als auch das große iPhone haben nun auch ein True Tone-Display erhalten, das schon aus dem iPad Pro bekannt ist. Das Display passt sich also dem Umgebungslicht an und sorgt so immer für eine korrekte Farbdarstellung.

Ein Highlight ist sicherlich der neue A11 Bionic Chip, der zum ersten Mal auch eine von Apple selbst entwickelte Grafikeinheit mitbringt. Es handelt sich um einen 6 Kern SoC, bei dem zwei Kerne für die Performance-Aufgaben zuständig sind und 4 Kerne für den alltäglichen Betrieb zum Einsatz kommen. Erste Benchmarks zeigen, dass der A11 Bionic die Konkurrenz brutal kurz- und kleinrechnet und die Latte um Einiges nach oben setzt. Im Geekbench erreicht der SoC Werte um 10.000 Punkte im Multicore und ca. 4.200 Punkte im Single Core. Diese Werte entsprechen einem MacBook Pro und zeigen einmal mehr, wie leistungsfähig die eigenen Prozessoren von Apple sind und wie gut die Symbiose aus Hardware und darauf abgestimmter Software ist.

Im iPhone 8 Plus wurde auch noch an der Kamera gefeilt, die nun nochmal deutlich verbessert wurde, auch wenn auf den ersten Blick alles beim Alten geblieben zu sein scheint. Apple setzt allerdings einen größeren Sensor ein als beim Vorgänger, was sich bei den Bildern deutlich bemerkbar macht. Der Kollege AlexiBexi hat bereits einen Test durchgeführt und kam sogar zu dem Schluss, dass die Kamera des Plus-Modells teilweise besser sei als manche deutlich teurere Spiegelreflexkamera. Das iPhone 8 Plus setzt darüber hinaus die selbe Kamera ein wie das iPhone X. Natürlich setzt Apple auch dieses Mal wieder auf eine Dual Lens-Lösung. Einziger Unterschied zum iPhone X ist, dass nur die „normale“ Linse mit OIS ausgestattet ist und nicht beide Linsen. Doch dank des neuen starken Prozessors kommt noch eine neue Software-Spielerei dazu, die ziemlich eindrucksvoll ist, auch wenn sie noch eine Beta ist. Die „Porträtlicht“ getaufte Funktion macht es möglich, bei einem Porträt verschiedene Lichtkonfigurationen in Echtzeit errechnen zu lassen. Dafür stehen verschiedene Licht-Sets zur Verfügung, die direkt auf ein geschossenes Bild angewendet werden können. Das iPhone errechnet dann in Echtzeit, wie das Bild ausgesehen hätte, wenn ihr die Aufnahme zum Beispiel im Studio gemacht hättet. Das sah ziemlich beeindruckend aus, ist aber, wie gesagt, noch eine Beta. Dennoch ist es ein wirklich interessantes neues Feature, welches derzeit kein anderes Smartphone mitbringt. Allein schon wegen der Kamera ist das neue iPhone also interessant, vor allem in der Plus-Version.
Doch die ganze Prozessorleistung haut man nicht nur für schöne Bilder ins iPhone. Nein, auch für Augmented Reality sind die neuen iPhones optimiert. Apple zeigte hierzu bereits auf der WWDC dieses Jahr auf eindrucksvolle Weise, was möglich ist. Und auch auf der Keynote wurde noch einmal gezeigt, wie ein ganzes Schlachtfeld auf dem Küchentisch entstehen kann.

Leider sind auch die Preise noch einmal etwas angezogen worden. Das iPhone 8 und iPhone 8 Plus gibt es in 3 Farben: in Silber, Space Grey und in einem neuen Goldton, der ein Mix aus dem alten Gold und Rosegold ist.

Das iPhone 8 kostet mit 64 GB 799 € und mit 256 GB 969 €. Eine 128 GB-Version wird leider nicht mehr angeboten. Für das iPhone 8 Plus müsst ihr in der 64 GB-Variante 909 € und für die 256 GB-Variante stolze 1.079 € an Apple übergeben.

iPhone X – One more thing

Doch der wirkliche Star war dieses Jahr das „One more thing“. Dabei handelte es sich um das iPhone X (gesprochen: ten). Das Jubiläums-iPhone wird wohl in Zukunft das neue Ausgangsdesign werden, davon ist jedenfalls auszugehen. Hier folgt Apple dem Trend der nahezu randlosen Displays und setzt zum ersten Mal auf ein OLED-Display, das mit 2.436 x 1.125 Pixeln auflöst und Super Retina HD Display getauft wurde. Außerdem kann das OLED-Display natürlich auch True Tone.

Auch wenn die Außenmaße des iPhone X nahezu identisch mit dem iPhone 8 sind, findet sich auf der Front ein 5,8 Zoll-Display. Das bedeutet allerdings auch, dass es keinen Platz mehr für den Touch ID-Sensor gibt, da es auch keinen Home-Button mehr gibt. Auf der Rückseite findet sich ebenfalls kein Touch ID-Sensor. Apple setzt beim iPhone X auf das neue Face ID. Dabei handelt sich, grob gesagt, um eine Gesichtserkennung, die allerdings nicht von einem Bild auszutricksen sein soll. Neben einem Iris-Scanner kommt ein Dot-Projektor zum Einsatz, der mehr als 30.000 einzelne Punkte unsichtbar auf das Gesicht projiziert und ein 3D-Abbild erschafft, um die Genauigkeit zu verbessern. Diese Punkte erschaffen eine Tiefenkarte des Gesichts, weshalb ein Bild die Gesichtserkennung auch nicht austricksen können soll. Außerdem lernt das iPhone das Gesicht mit jedem Scan besser kennen und entsperrt von Mal zu Mal schneller. So jedenfalls die Theorie. Ob das Ganze wirklich funktioniert und entsprechend sicher ist, wird man erst im November erfahren, denn erst dann werden die ersten Geräte ausgeliefert. Die Entsperrung funktioniert beim Anheben des iPhones. Dabei wird automatisch das Gesicht gescannt. Wenn die Augen offen sind, wird das iPhone freigegeben.

Der Home-Button unter iOS 11 wurde von einer Wischgeste ersetzt. Hierbei wischt ihr von unten nach oben und landet auf dem Home-Screen. Wischt ihr bis zur Mitte und verharrt dort kurz, werden alle geöffneten Apps angezeigt. Auch im iPhone X kommt natürlich der A11 Bionic-Prozessor zum Einsatz.

Dank der Glasrückseite wird auch das kabellose Laden unterstützt. Durch die neuen Sensoren für die Gesichtserkennung auf der Front gibt es exklusiv für das iPhone X einige Frontkamera-Features, die das iPhone 8 nicht hat. So kann z.B. auch mit der Frontkamera ein Porträt mit unscharfem Hintergrund erstellt werden. Darüber hinaus verfügt auch die Frontkamera über das Porträtlicht-Feature, welches beim iPhone 8 Plus nur mit der Hauptkamera funktioniert.

Neu sind auch Animojis, wobei es sich um Emojis handelt, die live dem eigenen Gesichtsausdruck angepasst werden. Dafür führt das iPhone ein Live-Gesichts-Tracking durch und erkennt über 50 Muskeln im Gesicht, die für die Mimik zuständig sind. Besagte Animojis könnt ihr dann aufzeichnen und versenden. Was klingt wie eine Spielerei, ist technisch allerdings hoch anspruchsvoll. Die Erkennung und Umsetzung der Mimik, und das auch noch live, erfordert extrem viel Rechenleistung und zeigt eindrucksvoll, wie stark der A11 Bionic Chip ist. Der Rahmen des iPhones ist nun nicht länger matt, sondern wurde auf Hochglanz poliert und ist damit leider ein Fingerabdruck-Magnet. Das finde ich zwar sehr schade, aber der polierte Rahmen sorgt definitiv für eine edlere Optik.

Natürlich ist auch das iPhone X für AR-Anwendungen optimiert und kann seine Stärken durch die Kameras ganz klar zeigen.

Anders als das iPhone 8 wird das iPhone X nur in zwei Farben zur Auswahl stehen: in Space Grey und Silber.

Beim Speicher hingegen ist wieder alles identisch. Es stehen wahlweise 64 GB oder 256 GB zur Verfügung. Beim Einstiegspreis muss sich der eine oder andere nun aber vermutlich kurz hinsetzen. In der kleinen Speichervariante schlägt das iPhone X mit satten 1.149 € zu Buche, in der großen Speicherversion sogar mit 1.319 €. Das sind selbst für Apple extrem satte Preise und jeder sollte sich genau überlegen, ob ihm das neue Display mit allen Features, die Gesichtserkennung sowie das neue Design den Aufpreis zum iPhone 8 oder 8 Plus wirklich wert sind.


Von |2018-12-07T16:32:39+00:0027.09.2017|Tech News|0 Kommentare

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